Man könnte ja manchmal meinen, in der Schokolade seien süchtig machende Stoffe, die wir manchmal dringend benötigen und ohne die es nicht weiterzugehen scheint. Die Lust auf Süsses wird mit nichts so sehr verbunden wie mit Schokolade. Und in der Tat sind in der Schokolade Stoffe, die wir wollen, aber dazu später.

Der Name Schokolade geht auf das Azteken-Wort Xoclatl zurück. Die Mayas und die Azteken kannten die Schokolade und verwendeten sie für spezielle Zeremonien. Dort, in Mexiko, fand sie dann auch Cortés und brachte sie 1528 nach Europa, wo sie als erstes am spanischen Hof gegessen und getrunken wurde. Allerdings erst mit Zucker vermischt, denn ohne war sie den Europäern zu wenig süss. Die Österreicherin Maria Theresia von Spanien, Ehefrau des Sonnenkönigs Ludwig 14., der neben ihr bekanntlich viele Mätressen hatte, trank in ihrer Einsamkeit am Hof von Versaille viel Schokolade worauf sie schlechte Zähne bekam. Sie kann also als erstes weibliches Opfer der psychisch vermeintlich stabilisierenden Schokoladensucht bezeichnet werden.

Später wurde dann erst das Verfahren entdeckt, den Kakao-Bohnen die fette Kakaobutter zu entziehen, worauf die Schokolade süsser und geschmeidiger wurde und ihren Siegeszug um die Welt antrat.

Heute ist Schokolade ein raffiniert hergestelltes Genussmittel, das es in allen Varianten, Preisstufen und Geschmacksrichtungen gibt. Heute ist vor allem die Bitterschokolade mit Pfeffer und Cayennearomen sehr in Mode. Gemeinsam ist allen, dass sie den Menschen offensichtlich glücklich machen. Dies aber nicht nur, weil sie so gut schmeckt, sondern auch wegen bestimmter Inhaltsstoffe. Chemisch sind diese dem Koffein ähnlich und wirken auf den Organismus mild, anregend und stimmungsaufhellend. Dieser Effekt ist aber nicht nur durch die Inhaltsstoffe wissenschaftlich erklärbar, sondern muss auch psychische Ursachen und Gründe haben.

Die andere Seite der Medaille der Schokolade ist aber leider, dass der grösste Produzent von Kakaobohnen heutzutage, also des Rohstoffes aus dem in Europa Schokolade hergestellt wird, die Elfenbeinküste, ungefähr 200 000 Kinder in teilweise Sklavenarbeit beschäftigt, um die Kakaobohnen von Hand zu ernten. Leider ist es bisher nicht gelungen, die grossen Schokoladenproduzenten aus der Schweiz, Deutschlands oder anderswo auf verbindliche Standarts zu verpflichten, die diese Praxis unterbinden.

So hat die Schokolade leider auch ihr dunklen Seiten, wie so vieles, was die Menschen glücklich macht und ihnen grossen Genuss bereitet.

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