Man findet eigentlich kaum noch ein Produkt, das nicht mit dem Prädikat „umweltfreundlich“ oder „ökologisch“ ausgezeichnet und vermarktet wird. Denn die Gunst und die Aufmerksamkeit der meisten Konsumenten bekommt man nur noch so. Fast jedes Unternehmen, gerade aus der Lebensmittelbranche möchte das Thema Umweltschutz auf seinen Fahnen geschrieben wissen und dies auch mit einem Label den Konsumenten gegenüber dokumentieren.

Das, was irgendwann einmal mit kleinen Bioläden in den grossen Städten angefangen hat, ist also mittlerweile ein Geschäft geworden. Da stellt sich natürlich die Frage, ob wir vielleicht mittlerweile von einer Label-Flut überspült werden und gar nicht mehr wissen, ob wir da auch seriös informiert werden und ob all diese Öko-Labels auch glaubwürdig sind. Hier sollen die bekanntesten der grossen und auch glaubwürdigen Labels vorgestellt werden.

2001 wurde das staatliche Bio-Siegel eingeführt. Es steht für „eine kontrollierte Erzeugung und Herstellung von Bio-Produkten“. Mit dem Bio-Siegel können nur Produkte gekennzeichnet werden, die Lebensmittel sind. Die Zutaten der verarbeiteten Agrarerzeugnisse müssen zu 95 Prozent aus ökologischem Landbau stammen. Derzeit nutzen rund 3.500 Unternehmen das Bio-Siegel auf über 56.000 Produkten.

Seit dem 1. Juli 2010 gibt es das Logo mit dem “Euro-Blatt”. Es ist das europäische Biosiegel. Es muss auf allen verpackten Bioprodukten abgebildet sein, die in einem EU-Mitgliedstaat hergestellt wurden und die notwendigen Normen erfüllen. Neben dem Blatt muss auf dem Etikett noch die Herkunftsangabe und der Code der Kontrollstelle aufgeführt sein. Das deutsche Bio-Siegel und andere Logos dürfen zusätzlich abgebildet werden.

Für Fisch gibt es auch einen Nachhaltigkeitsnachweis. Der Marine Stewardship Council, MSC,  wurde 1997 von der Umweltorganisation WWF und dem Lebensmittelkonzern Unilever gegründet. Ziel ist es, die Überfischung der Meere zu vermeiden. Das MSC-Siegel erhalten Fangbetriebe, deren Erzeugnisse den MSC-Umweltstandard für nachhaltige Fischerei erfüllen. Eine unabhängige Stelle muss das umweltgerechte Verhalten bestätigen. Inzwischen tragen in weltweit 45 Ländern mehr als 2.500 Fischerzeugnisse das blau-weiße MSC-Logo.

Das Demeter Bio-Siegel garantiert eine biologisch-dynamische Wirtschaftsweise nach strengen Richtlinien in der Tradition des Anthroposophen Rudolf Steiner. Die ganzheitlichen Demeter-Richtlinien gehen über die EU-Bio-Verordnung hinaus: Verzicht auf synthetischen Dünger, chemische Pflanzenschutzmittel und künstliche Zusatzstoffe in der Weiterverarbeitung. Das Futter für Tiere von Demeter-Bauern muss zu 100 Prozent biologisch sein, die Hälfte des Futters muss vom eigenen Hof stammen. Es ist auch nicht erlaubt, dass nur ein Teil der Hofproduktion Bio ist.

Mit über 50.000 Bauern weltweit ist Naturland der international größte Verband bei der Zertifizierung von Bio-Produkten. Naturland-Bauern und -Verarbeiter arbeiten nach ökologischen Standards, die strenger sind als die Anforderungen der EU-Öko-Verordnung. Gentechnik ist verboten, Altlasten im Ackerboden müssen beseitigt werden und von 48 Zusatzstoffen (EU) sind nur 21 erlaubt. Zudem gibt es spezielle Sozialrichtlinien.

Auch für Wein gibt es ein Biosiegel. Es heisst Ecovin und wurde 1985 gegründet und ist der weltweit größte Zusammenschluss ökologisch arbeitender Weingüter. 210 Mitgliedsbetriebe bewirtschaften etwa 1.300 Hektar Rebfläche in zehn deutschen Anbaugebieten (Stand 2010). Die Winzer verzichten auf Kunstdünger und setzen nur organische Dünger ein. Zum Schutz vor Schädlingen und Krankheiten setzen die Winzer auf pflanzenstärkende Mittel und widerstandsfähige Rebsorten.

Foto: Barbara Eckholdt  / pixelio.de