Sollen wir noch Fleisch essen?

Der moderne Mensch hat es nicht leicht. Er darf nicht mehr, was er eigentlich möchte. Er trinkt Kaffee ohne Koffein, hat virtuellen Sex im Internet, muss Bier ohne Alkohol trinken und isst Fleisch ohne Fett. Was wir Menschen uns über Jahrhunderte mühsam aufgebaut haben, nämlich dass wir Fleisch schlemmen dürfen, dass es nicht nur am Sonntag Fleisch gibt, dass wir uns das gute tierische Fett reinziehen und so unsere Reserven aufbauen, dass soll jetzt alles falsch sein wenn nicht gar schädlich und den Planeten zerstören. In ein paar Jahren haben wir aus einer Tugend eine Krankheit gemacht. Arme wollten sich ebenfalls Fleisch gönnen können und jetzt wo sie es können, sollen sie es nicht mehr dürfen.

Die Entwicklung des Fleischkonsums zeigt, dass Menschen mit einem höheren Einkommen heute weniger Fleisch essen als Menschen mit einem niedrigen Einkommen. Wird Fleisch essen in ein paar Jahren ebenso absurd sein wie Rauchen, Autofahren und Öl verbrennen? Die Umkehrung der Verhältnisse hat schon begonnen. Generell steigt der Fleischkonsum mit dem Einkommen, bei uns in den letzten 40 Jahren um 40%. Weltweit ist der Anstieg ähnlich.

Doch innerhalb der Industrienationen scheint nach einer Zeit des ungebremsten Wachstums nun die Entwicklung wieder in eine andere Richtung zu laufen. Während ungebildetere und einkommensschwache Schichten von immer billigerem Fleisch profitieren und ihren Konsum erhöhen, verringern ihn gebildetere und einkommensstarke Schichten gerade wieder. Beziehungsweise weichen aus auf biologisch und artgerecht gehaltene Tiere und somit teureres Fleisch, welches wieder nur zu speziellen Anlässen gegessen wird.

Die ökologischen Folgewirkungen des gestiegenen Fleischkonsums haben nicht nur viele Vegetarier geschaffen sondern auch den Konsum vieler Menschen bewusster gestaltet. Denn die Verstärkung des Treibhauseffektes und die damit einhergehende Erd-Erwärmung hat ihre Ursachen nicht nur in der Verbrennung fossiler Brennstoffe sondern auch in der weltumfassenden Entwaldung für die Land- und Viehwirtschaft. Treibhausgase wie Methan werden in der Erdatmosphäre angereichert. Es ist eine gefährliche Entwicklung, die bald nicht mehr umkehrbar ist.

Wohl dem der angesichts solcher Szenarien noch genüsslich sein herrliches, saftiges Steak essen kann. Genuss ohne Reue ist etwas wunderbares und wir Menschen müssen es uns wieder zurückerkämpfen, sonst droht uns eine freudlose Plastikwelt. Wir müssen die Balance wieder finden, aus genussvollem Fleischessen mit Bewusstsein für die Herstellung und den Konsum und dem Schutz unseres Planeten. Denn sonst wird uns irgendwann jemand das Fleischessen ganz verbieten und dann wird es wohl schon zu spät sein.

Foto: Oliver Weber / PIXELIO

Kann Fast Food gesund sein?

Die Frage, ob Fast Food immer ungesund sein muss, kann man mit einem klaren Nein beantworten werden. Beim Fast Food kommt es, wie bei allen Nahrungsmitteln, darauf an, die richtige Wahl zu treffen. Es gibt eine Menge gesunden Fast Foods, das nicht weniger über wichtige Inhaltsstoffe verfügt als ein selbst gekochtes Essen. Wenn man beim Fast Food darauf achtet, dass gesunde und frische Nahrungsmittel verarbeitet werden, ernährt man sich auch mit Fast Food durchaus gut und Pizza bestellen kann gesund sein.

Ein besonders hochwertiges Nahrungsmittel auf der Fast Food Schiene ist beispielsweise ein Döner, welcher alle Beilagen enthält, die eine hochwertige und gesunde Mahlzeit ausmachen: Salat, Fleisch und Brot. Ebenso gesund ist Pizza, die generell nur aus frischen Zutaten besteht. Eine gute Pizza ist eine vollwertige Mahlzeit, die tierische und pflanzliche Eiweiße in ausgewogener Menge enthält. Dabei muss es aber nicht immer die fettige Salamipizza – eine vegetarische Pizza ist auch sehr lecker.Gleiches gilt für den Genuss von Pasta in allen Ausführungen. Man muss nicht immer selbst kochen, sondern kann durchaus auf das vielschichtige Angebot von Fast Food Ketten oder dem Online-Lieferdienst zurückgreifen, ohne befürchten zu müssen, dass die gesunde Ernährung auf der Strecke bleibt.

Fast Food muss aber nicht unbedingt von einer Fast Food Kette kommen, sondern kann auch problemlos zu Hause selbst gemacht werden. Der Begriff Fast Food wird immer mit Burger Ketten oder einem Imbiss in Verbindung gebracht, was aber der eigentlichen Bedeutung der Bezeichnung keinesfalls gerecht wird. Fast Food heißt nichts anderes, als schnelles Essen. Es handelt sich also um ein Essen, welches keine lange Zubereitungszeit erfordert und schnell auf den Tisch kommt.

Viele Rezepte für Fast Food lassen sich im Internet oder speziellen Fast Food-Kochbüchern finden. Bei der Zubereitung ist immer darauf zu achten, dass man auf frische Zutaten zurückgreift. Gesundes Gemüse, Salat und hochwertiges Brot, Nudeln oder auch Obst, können zur Zubereitung von gesundem Fast Food eingesetzt werden. Eine vegetarische Pizza aus Vollkornteig, die Vollkornnudeln mit fettarmen Hähnchenstreifen oder auch ein selbstgemachter Burger aus ausgewählten Zutaten – so kann man Fast Food auch öfter mal genießen. Einzig auf die Qualität muss dabei geachtet werden.

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Ist Milch trinken gesund?

Man möchte ja meinen, Milch sei ein weisses Getränk, das uns die Natur geschenkt hat, um gesunde Stoffe damit aufzunehmen. Aber Milch ist viel mehr ein schwarz-weiss Getränk, um das unter Wissenschaftlern ein erbitterter Streit tobt, der komplett unversöhnlich ist.

Ist also Milch ein Muntermacher und schützt mit seinem Kalzium vor brechenden Knochen? Oder führt das Milchtrinken zu Allergien, Magenverschleimung und höherem Krebsrisiko?

Einfach ist diese Frage nicht zu beantworten. Fakt ist allerdings, dass Milch schon lange kein Naturprodukt mehr ist. Ab den 60er Jahren wurde Milch zu einem industriell verarbeiteten Nahrungsmittel. Kühe werden zu Hochleistungsmaschinen hochgezüchtet, die Milch ist wärmebehandelt und homogenisiert.

Unbestreitbar ist aber auch, dass in der Milch viel Gutes steckt:
Aminosäuren, Kalium, Magnesium, Jod, fettlösliche Vitamine und viel Kalzium. Gerade das Kalzium ist unentbehrlich für die Knochen und Zähne aber auch die Muskeln. Gerade das Kalzium können wir aber auch durch grünes Blattgemüse wie Brokkoli, Kohl aber auch durch Feigen, Mandeln und Sesam zu uns nehmen. Auch gibt es kalziumhaltiges Mineralwasser.

Die Merkwürdigkeit, dass wir Milch von anderen Säugetieren trinken nachdem wir der Mutterbrust entwöhnt sind, ist tatsächlich vorhanden. Kein anderes Säugetier tut dies. Und es gibt deshalb Studien, dass fremde Milch bei Kleinkindern Allergien auslösen kann, die manchmal im Kleinkindalter wieder weggehen, aber auch bis ins Erwachsenenalter für Schnupfen, Ekzeme, Mittelohrentzündungen und Heuschnupfen sorgen können.

Damit ist nicht die Lactose-Unverträglichkeit gemeint, die auf ein fehlendes Enzym bei ca. 15% der Erwachsenen zurückzuführen ist, sondern Allergie auf fremde Milch. So ist Milch trinken eine komplizierte Sache geworden. In asiatischen Ländern ist der Milchkonsum erheblich geringer und man findet zu diesem Thema eine riesige Anzahl von Studien, die beide Ansichten erhärten können.

In Deutschland ist die Milchindustrie jedenfalls sehr stark in ihrer Lobbyarbeit, so dass Milch immer noch das Image von Gesundheit trägt. Schlussendlich muss jeder Mensch auf seinen Körper hören und die Signale richtig deuten, die auf Milchunverträglichkeit oder Allergien hinweisen. Kalzium jedenfalls bekommt man auch anderswo genug.

Foto: Flickr / ben▐

Was macht eine ausgewogene Ernährung aus?

Was bedeutet eigentlich das mittlerweile sehr populäre Wort ausgewogen? Was sollte man wirklich essen und was sollte man meiden?

Es ist wirklich nicht leicht heutzutage. Anstatt, dass wir essen, was uns Spaß macht, dass wir auf unseren Appetit vertrauen und auf unsere natürlichen Bedürfnisse hören, müssen wir geradezu wieder lernen, richtig zu essen. Wir müssen lernen, zu erkennen, was gut ist für uns und was nicht.

Dabei kann uns die Ernährungspyramide helfen:
Dies ist eine grafische Darstellung von Lebensmitteln, die wir zu uns nehmen sollten. In der Darstellung werden die verschiedenen Lebensmittel dargestellt und wie viel wir davon essen sollten. So stehen die Dinge, die wir viel essen und trinken sollten am Fuß oder Sockel der Pyramide und Lebensmittel, die wir sparsam zu uns nehmen sollten an der Spitze. So sieht man auf einen Blick, wie die Dinge in einem Verhältnis zueinander stehen.

Die Ernährungspyramide hat in den letzten Jahren verschiedentlich gewandelt, heute ist die 2005 herausgegebene Ernährungspyramide der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) maßgebend.

Jetzt hat im untersten Segment Gemüse und Obst zusammen die kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln als größte Lebensmittelgruppe verdrängt hatten: 30% Kohlenhydrat-Gruppe, 26% Gemüse, 17% Obst, 18% Milchprodukte, 7% Tierische Proteine (Fleisch, Fisch, Ei etc.), 2% Öle und Fette.

Das bedeutet also, dass wir neben Kohlenhydraten wie Brot, Kartoffeln, Nudeln natürlich viel Obst und Gemüse essen sollten. Jeden Tag mehrmals Salat, Gemüse oder Früchte. Viel Wasser trinken, vor allem Mineralwasser, welches auch noch ausgeschwitzte Mineralstoffe ersetzt. Milchprodukte wie Käse und Joghurt stellen auch eine relativ große Gruppe, die jeden Tag konsumiert werden sollte. Unbehandelte Milch ist dagegen wieder ein anderer Fall. Tierische Eiweiße, also Proteine, sollten nicht jeden Tag gegessen werden. Also höchstens zwei bis dreimal pro Woche Fleisch, dazu drei Eier pro Woche. Öle und Fette stellen die kleinste Gruppe, zusammen mit den Süßigkeiten.

Ernährungsphysiologisch empfehlenswert sind also etwa Obst, Gemüse, Fisch, fettarme Milchprodukte, fettarmes Fleisch, Rapsöl, Trink- und Mineralwasser. Als weniger wertvoll gelten unter anderem Energydrinks, Limonaden, Süßigkeiten, Schmalz, Butter, Eier oder fettreiche Fleischwaren. Diese Lebensmittel sollten laut DGE nur wenig verzehrt werden. Wenn man dies beherzigt und noch dazu ein wenig Sport treibt, dann sollte man sich ausgewogen ernährt haben. So sinkt nicht nur das Risiko für Übergewicht sondern man bleibt auch fit und tut etwas für sein Herz.

Wie in vielen anderen Lebensbereichen auch, gilt es bei der Ernährung, das rechte Maß zu finden – passend zum jeweiligen Alter, Energiebedarf und Gesundheitszustand. Jeder Mensch ist  und isst verschieden. Mit einer sinnvoll zusammengestellten Ernährung (ohne Kalorientabelle!) kann das Wunschgewicht erreicht und langfristig gehalten werden.

Foto: Flickr / malias

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